Verglichen mit unserem Amazonas-Fisch-Becken sind Axolotl deutlich unproblematischer in der Haltung. Kaltes Wasser kommt direkt aus der Leitung. Auch wer in einer Gemeinde mit sehr hartem Wasser wohnt, braucht sich keine Sorgen zu machen – der Axolotl liebt hartes Wasser! Was den Kaffee- und Waschmaschinen den Garaus macht, macht den Axolotl glücklich!
Heizung? - Fehlanzeige! Denn Axolotl fühlen sich bei erfrischenden 12 – 20 °C pudelwohl. Auch 22 °C steckt der Axolotl weg; wenngleich er auch nur kurzzeitig Temperaturen jenseits der 20°C-Marke ausgesetzt sein sollte, denn je höher die Temperatur desto größer der Stress für die Tiere und umso größer die Anfälligkeit gegenüber Krankheiten. Ist die Temperatur im Becken zu hoch, haben bei uns, ehe wir unseren Kühler hatten, folgende Sofortmaßnahmen gegriffen (allerdings nur vorüber-gehend!):

- Belüftung der Wasseroberfläche im 45° Winkel z.B. mit Lüftern aus der PC-Technik.
- eine zu rund ¾ mit Eis gefüllte Plastikflasche. Achtung: Bitte die Physik mit einbeziehen:
Wasser dehnt sich während des Gefriervorgangs aus; daher darf die Flasche nicht ganz voll sein, wenn sie ins Gefrierfach gelegt wird – sonst platzt sie! -> Tipp: geben Sie etwas Salz (jodfrei) hinzu und die Kühlleistung wird verstärkt.

- Den Aussenfilter (falls vorhanden) in eine mit Kühl-/Gefrierakkus gefüllte Styroporbox legen und verschliessen

- Teilwasserwechsel (sprich: Zufuhr von kaltem Wasser)

Die Wassertemperatur sollte also beständig kontrolliert und möglichst konstant gehalten werden!

Wie kann ich dauerhaft die richtige Wassertemperatur erreichen?

Was die Heizung für den Warmwasser-Aquarianer, ist der Durchlaufkühler für den Axolotl - Besitzer. Er garantiert allzeit die „Wohlfühltemperatur“ für die kleinen Wasserdrachen - auch bei Abwesenheit (Beruf, Urlaub usw.). Selbstverständlich hängt die Wassertemperatur stark vom Standort ab. Das Axolotl - Becken sollte keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein und auch nicht in unmittelbarer Nachbarschaft eines Kaminofens oder einer Heizung stehen. Eines unser Becken steht im Wohnzimmer. Da herrschen im Sommer oftmals höhere Zimmertemperaturen und der Kühler hat einiges zu tun! Die Größe / Leistungsfähigkeit des Kühlers ist abhängig von der Beckengröße. Zugegebenermaßen sind die Geräte in der Anschaffung nicht ganz billig (gut und gerne 300 €) – tragen jedoch zur Beruhigung und zum guten Gewissen des Axolotl - Besitzers bei. Von daher ist dies eine lohnende, wenn nicht sogar unverzichtbare Investition!

Wasserqualität:
Potentia Hydrogenii -> PH 7-8
Für Axolotl ist ein pH-Wert zwischen 7 und 8 optimal, wobei eher zum höheren PH-Wert hin gearbeitet werden sollte. Was wiederum mit größeren Härtewerten erreichbar ist.
Die Gesamthärte sollte bei 10- 20° d.H. liegen.

Ammonium / Ammoniak -> NH3 <0,2mg/l
Durch den bakteriellen Zersetzungsprozess von Futterresten, Ausscheidungen und abgestorbenen Pflanzenresten wird das Aquarienwasser belastet.
Je nach pH-Wert werden ungiftiges Ammonium (NH4+) oder giftiges Ammoniak (NH3) gebildet. Bei einem pH-Wert unter 7 bildet sich ausschließlich Ammonium, bei höheren Werten immer stärker Ammoniak. Einen Gehalt an freiem Ammoniak von mehr als 0,2mg/l würde ich auch für Axolotl als bedrohlich ansehen. Bei solchen Belastungen sollte ein sofortiger Teilwasserwechsel von mindestens 30% - besser 50% - vorgenommen werden.

Nitrit -> NO2- <0,5mg/l
Der Nitritgehalt sollte max. 0,5 mg/l betragen. Ab 0,5 mg/l sollte ein sofortiger Teilwasserwechsel durchgeführt werden.
Chemikalien wie Wasseraufbereiter und Starterbakterien sowie Pflanzendünger vertragen Axolotl nicht.

Nitrat -> NO3- <50mg/l
Nitrat entsteht durch Abbau der Nitrite und ist ein wichtiger Bestandteil (Dünger) für Pflanzenwachstum.
Nitratwerte bis 25mg/l sind optimal, über 50mg/l sollte vermieden werden.
Lösung 1: Wasserwechsel. Im deutschen Trinkwasser sind jedoch Nitrat-Werte bis 50mg/l zulässig.
Lösung 2: Es kann auch eine Efeu-Tute ohne Erdreich (gut abwaschen) als Nitrat-Killer eingesetzt werden. Wir haben diese Pflanze dauerhaft im Becken. (Diese wächst über der Wasseroberfläche und bietet den Tieren auch noch ganz nebenbei Schattenstellen im Becken.

Sauerstoff -> O2 >6mg/l (~9mg/l)
Das Aquariumwasser sollte gut durchlüftet sein. Die Sauerstoffsättigung im Wasser ist insbesondere von der Temperatur abhängt. Bei 20° C entsprechen etwa 9 mg/l Sauerstoff einer 100%igen Sättigung, bei höheren Temperaturen sinkt der Sauerstoffgehalt im Wasser.
Insbesondere verbrauchen Wasserbewohner und Bakterien den im Wasser gelösten Sauerstoff. Er diffundiert stets aus der Luft in das Wasser. Dabei kommt es besonders an der Oberfläche schnell zu einem Ausgleich der Konzentrationen und sauerstoffreiches Wasser sammelt sich an der Oberfläche.
Die oberen Schichten sind also relativ sauerstoffreich, das Wasser in den tieferen Schichten, wo sich die Axolotl nun einmal aufhalten, verarmt an Sauerstoff. Wird das Wasser jedoch umgewälzt, so kommt sauerstoffarmes Wasser aus den tieferen Schichten nach oben und kann ebenfalls Sauerstoff aufnehmen, der Konzentrationsausgleich im Wasser wird beschleunigt und das gesamte Wasservolumen kann sich mit Sauerstoff anreichern. Eine leichte Bewegung der Wasseroberfläche ist ein sicheres Zeichen für eine ausreichende Umwälzung.
Ein zusätzlicher Sauerstofflieferant im Aquarium sind die Wasserpflanzen, die nach dem bekannten Prinzip der Photosynthese arbeiten. Bei ihrem Stoffwechsel fällt Sauerstoff an, den sie an das Wasser abgeben. Dieser Sauerstoff steht den Fischen und Bakterien zur Atmung zur Verfügung. Allerdings nehmen die Pflanzen während der Dunkelheit auch wieder Sauerstoff aus dem Wasser auf.
Die Stoffwechselvorgänge der Bakterien verbrauchen ebenfalls Sauerstoff. Ein Luftausströmer bringt keinen messbaren Nutzen.

 

Beckenausstattung

Der Bodengrund sollte aus nicht zu grobkörnigen und keinesfalls aus scharfkantigen Steinchen bestehen. Der Bodengrund darf nicht mit Kunststoff ummantelt sein und darf auch keine metallischen Bestandteile enthalten. Herkömmlicher Aquarienkies fällt somit aus. Da die Axolotl beim Aufnehmen der Nahrung oftmals Steinchen mit aufnehmen, ist die Beschaffenheit und Korngröße des Bodengrundes extrem wichtig. Sand neigt gern zu Fäulnisbildung. Wir empfehlen AxoGravel.

Des Weiteren sollte der Axolotl innerhalb des Beckens seine "Runden" drehen können. Soll heißen: Außen am Glasrand einen nicht bepflanzten und nicht mit Deko versehenen Rand frei lassen.

Bei den Pflanzen muss man experimentieren, was im Becken am Besten gedeiht. Bei Kaltwasser gibt es da immer wieder "Problemchen". Man darf keinen Dünger verwenden. Denken Sie bitte daran, Pflanzen nur aus sicheren Quellen (Stichwort: BD) zu beziehen. Selbstverständlich kann man mit Pflanzen aus Kunststoff mischen. Echte Pflanzen sollten wegen der Wasserqualität immer verwendet werden. Verwendbare Zimmerpflanzen müssen peinlichst genau von Erde, Styropor und Blattglanz befreit werden. Bei Glücksbambus muss geprüft werden, ob Metalldrähte angebracht sind, diese müssen dann entfernt werden. Die gewachste Stelle muss über Wasser bleiben. Es dürfen keine Wurzeln und andere Hölzer im Becken untergebracht werden; Auch keine Kokosnüsse....
Wir haben folgende Pflanzen im Einsatz:
Drachenbaum (dracaena) , Bergpalme (chamaedorea elegans), Einblatt (spathiphyllum), Riesen-Vallisnerie (vallisneria australis), Kleine Wasserlinse (lemna minor), Efeutute (epipremnum aureum / pinnatum), Glücksbambus (dracaena sanderiana)

Dem Axolotl müssen genügend Versteckmöglichkeiten (Höhlen, große Pflanzen, aufgesägte Tontöpfe, etc.) zur Verfügung gestellt werden. Falls Schiefer verwendet werden soll, darf dieser keine löslichen Metalle und keine Öle beinhalten. Die Kanten des Schiefer müssen gerundet werden. Axolotl mögen es nicht ganz so hell. Tagsüber muss  gemäß dem Bedarf ihrer Pflanzen ausgeleuchtet werden; und man möchte ja auch etwas sehen. Dem Axolotl würde das normal einfallende Tageslicht ausreichen. Nachts kann eine blaue Beleuchtung (Mondlicht) angebracht werden, dann kann auch noch beobachtet werden. Denn nachts sind die Tiere aktiv.

Beckengröße / Besatzdichte

Ein Aquarium kann eigentlich nie zu groß sein ;-).
Für Axolotl ist jedoch nicht das Volumen eines Aquariums relevant, sondern vielmehr die Grundfläche. Davon ausgehend, dass ihre Axolotl 28cm bzw 30cm lang werden empfehlen wir gemäß unserer Besatzdichte-Tabelle nach DGHT vorzugehen.


Das Futter

Axolotl sind Fleischfresser! Alles was sich bewegt und theoretisch irgendwie ins Maul passt wird angegriffen. Also Vorsicht bei Vergesellschaftung mit kleineren Axolotl. Von der Vergesellschaftung mit anderen Tieren aus der Kaltwasser-Aquaristik raten wir ab. Fische können gefressen werden und BD übertragen. Die beliebten Krebse und Welsarten können den Axolotl verletzen. Auf dem Speiseplan stehen Regenwürmer, Asseln, Wasserflöhe, Mückenlarven, etc. Lebendfutter oder Frostfutter aus dem Zoofachgeschäft kann gerne gegeben werden. Dieses muss jedoch gründlich gespült werden. Niemals das Aufzuchtwasser des Futters mit ins Becken geben. Als Regelfutter empfehlen wir AxoBalance.

 


Das Wichtigste auf einen Blick:

Wassertemperatur: 12 – 20 °C (geringfügig höhere Temperaturen unbedingt nur kurzzeitig!)
Becken sollte Abstand zu Wärmequellen haben und keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein
Einsatz eines Durchlaufkühlers
Optimaler pH-Wert: 7 – 8 (Abweichungen um ca. 0,5 nach unten sind möglich)
Bei höheren Temperaturen die Oberflächenbewegung des Wassers steigern
Sauerstoffsättigung (O2) >6mg/l (~9mg/l)
Nitrat (NO3-) <50mg/l
Nitrit (NO2-) <0,5mg/l
Ammoniak (NH3) <0,2mg/l
Wasserhärte: 10 – 20 °dH